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Tabuthema: Wenn euch die Bilder nicht gefallen

Ich habe mir mal Gedanken über ein Thema gemacht, von dem ich gar nicht so genau weiss, ob man darüber reden darf. Ob man aussprechen darf, dass dieser Fall eintreten kann. Bin ich dann unprofessionell? Stell ich mir selbst ein Bein damit? Kommen dann keine Paar mehr, die mich buchen? Oder schätzen sie mich und meine Arbeit genau deswegen? Weil ich ehrlich bin? Weil ich die Dinge anspreche und offen auf den Tisch packe?

Trommelwirbel……….

Ich rede davon, was eigentlich ist, wenn Paar und Fotograf nicht zusammen passen. Wenn sich das Paar auf seinen Bildern nicht gefällt.

Was dann? Darf man zugeben, dass das vorkommt? Zwar selten. Aber ja, es kann passieren. Ging mir auch schon so.

Wo doch aber alle erwarten, dass ein Profi, egal auf welchem Gebiet, weiss was er tut und jeden Kunden glücklich machen können sollte. Oder? Und vor allem ein Fotograf. Er hat doch diese teure Ausrüstung. Der muss das doch können. Ein Fotograf sollte von jedem, ausnahmslos, vorteilhafte Bilder machen können, nicht wahr? Genauso wie das Essen in einem 5 Sterne Restaurant schmecken sollte.

Wenn ich hier also zugebe, dass das zwar in den allermeisten Fällen aber eben ganz selten auch mal nicht gelingt, bin ich dann eine schlechte Fotografin? Stelle ich damit meine eigene Professionalität in Frage?

Es gehören immer zwei dazu.

Nun, ich sehe es so. Die Bilder sind das Endergebnis einer Zusammenarbeit von zwei menschlichen Parteien. Zwei Seiten, die mit all ihren Besonderheiten und Einzigartigkeiten aufeinandertreffen. Meist auch noch per Zufallsprinzip. Google lässt grüssen. Aus einer riesigen Masse an Angeboten, sucht ein Paar seinen Hochzeitsfotografen aus. Denjenigen aller Dienstleister, der das Paar an seinem grossen Tag am längsten begleitet. Und der so viel mehr ist, als nur Fotograf. Er ist Vertrauter, Vermittler, Ermutiger, Animateur und Stylist. Er ist immer dicht an der Seite des Paares und erlebt Momente mit, die sonst nur der Familie und den engsten Freunden vorbehalten sind.

Dass dieser Dienstleister mit besonderer Sorgfalt ausgewählt werden sollte, ist wohl spätestens jetzt klar.

Ein Foto von jemandem zu machen ist doch so viel mehr, als einfach nur drauf halten und den Auslöser drücken. Im besten Fall ist es doch ein Blick in die Seele des Abgebildeten. Eine bildhafte Aussage darüber, wer derjenige wirklich ist. Das Einfangen von wahren Emotionen, Authentizität, sein wie und wer man eben ist.

Dafür muss einfach die Chemie stimmen.

Die Chemie zwischen Fotograf & zu Fotografierendem. Es muss ein vertrauensvolles Miteinander herrschen. Doch entsteht so etwas via Emailkontakt oder gar in einem Gespräch über Zahlen, Fakten und Buchungsdetails? Nein. So etwas entsteht, wenn man sich besser kennenlernt, von Angesicht zu Angesicht und wenn man herausfindet, wer der andere eigentlich ist und was ihn ausmacht. Wenn man es schafft, hinter die Fassade zu schauen und der zu Fotografierende sich entspannen und öffnen kann. Loslassen. Sich einlassen. Sich hingeben.

Aber wer kann das schon auf Kommando? Es gibt sicher das eine oder andere Naturtalent aber die Meisten, vor allem nicht professionelle Models, wie eben Brautpaare, brauchen einen Moment um sich einzustellen. Und das ist in Ordnung so. Das ist menschlich und darf so sein.

Genau darum mache ich mit meinen Paaren lange vor der Hochzeit ein Kennenlernshooting.

Das ist eine tolle Gelegenheit mehr über einander zu erfahren und herauszufinden, ob es wirklich passt. Ob sich das Paar auf den Bildern wirklich gefällt und sich wieder erkennt. Denn seien wir mal ehrlich, fremde Menschen auf irgendwelchen Bildern wunderschön zu finden, ist einfach.

Darum gilt: Probieren geht über Studieren!

Denn wie die eigenen Bilder wirken und wie man sich selbst darauf wahrnimmt und ob man sich gefällt, sieht man einfach erst, wenn sie gemacht sind. Genau wie man das Essen im 5 Sterne Restaurant erst beurteilen kann, wenn man es probiert hat. Ist das nicht mit allem so, dass man es einfach mal getestet haben muss, bevor man Genaueres dazu sagen kann? Da hilft die tollste Empfehlung des besten Freundes nichts. Denn letztendlich kann man es selbst ganz anders empfinden.

Stellt sich nach dem Shooting also tatsächlich heraus, dass es nicht passt, kann man sich an dieser Stelle immer noch trennen. Noch ist nichts verloren. Die Hochzeit noch nicht gefeiert. Auch wenn es enttäuschend ist. Nicht nur für das Paar. Auch für den Fotografen. Er oder sie hat alles gegeben. Aber das Paar gefällt sich einfach auf den Bildern nicht. Was soll man da machen? Für beide Seiten eine schwierige Situation. Eine die vorkommen kann, obwohl alle Beteiligten ihr Möglichstes beigetragen haben. Dann lieber vorher die Notbremse ziehen.

Ich will damit sagen, dass es auch manchmal einfach nicht passen kann. Egal wie professionell der Fotograf arbeitet (oder wie ausgefallen die Kreationen des 5 Sterne Kochs sind). Letztendlich bleibt es doch eine vertrauensvolle Aufgabe, die einerseits viel Fingerspitzengefühl, andererseits aber auch das gleiche Empfinden für Schönheit und Ästhetik erfordert.

Weil es Geschmackssache ist.

Wie so vieles andere auch. Und wir Menschen sind nun mal verschieden. Da ist am Ende niemand Schuld. Die Frage ist einfach nur, wie man damit umgeht und welche gemeinsame Lösung man findet. Ich bin ja Fan von offener Kommunikation, auch wenn es manchmal hart ist. Gesteht man sich ein, dass es nicht hinhaut und geht getrennter Wege bevor es zu spät ist oder will man es um jeden Preis durchziehen? Spätestens hier offenbart sich dann die wahre Professionalität des Fotografen, wie ich finde. Alles andere ist menschlich. Oder was meint ihr?

Jetzt Kennenlernshooting buchen!
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